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+++ Corona-Update +++ Vorerst kein strikter Lockdown in Frankreich

Updated: Feb 2

Der erwartete dritte Lockdown in Frankreich kommt nicht – zumindest noch nicht. Die Zahlen blieben zwar auf einem hohen Level, aber hätten weniger stark zugenommen als befürchtet angesichts der britischen und südafrikanischen Virusvarianten. Statt eines strikten confinements wird an der Sperrstunde (18 – 6 Uhr) festgehalten, große Einkaufszentren müssen schließen und die Ein- und Ausreisebestimmungen werden verschärft. Auch Telearbeit solle überall dort wieder strikt der Vorzug gegeben werden, wo es möglich ist.



Premierminister Jean Castex. Foto: Screenshot Youtube

Mehr als 3000 Patienten mit Covid-19 liegen frankreichweit auf der Intensivstation – hohe Zahlen, aber bislang beherrschbare, wie Premininister Jean Castex am Freitagabend in einer fünfminütigen Ansprache an die Nation sagte. Die Regierung wolle mit allen Mitteln einen strikten dritten Lockdown vermeiden und setze auf die Mitarbeit jedes einzelnen: Abstandhalten, Maske tragen, Limitieren der sozialen Kontakte und sich beim geringsten Zweifel eigenmächtig in Quarantäne zu begeben. Kontrollen würden in diesen Tagen verschärft. „Die nächsten Tage werden entscheidend“, so Castex.


Staatspräsident Emmanuel Macron twitterte tags drauf – am Samstag, 30. Januar – im Nachgang zur Castex-Rede:


Einreisebestimmungen

Die Ein- und Ausreise aus bzw. in Nicht-EU-Staaten ist seit gestern (31. Januar) verboten, sofern kein zwingender Grund vorliegt. Wer aus einem EU-Staat nach Frankreich einreist, musst zwingend einen PCR-Test vorlegen (Ausnahme: Grenzgänger).


Geschlossene Einkaufszentren im Var und in den Alpes-Maritimes

Seit dem gestrigen Sonntag, 31. Januar, müssen Zentren mit mehr als 20.000 Quadratmeter Fläche für mindestens drei Wochen geschlossen bleiben. An der Côte d’Azur sind folgende betroffen:


Var:

- Centre commercial Mayol (Toulon)

- Centre commercial Grand Var Ouest (La-Valette-du-Var)

- Ikea (La-Valette-du-Var)

- Centre commercial Carrefour in Ollioules (ab 2.2.)

- Centre commercial Auchan in La Seyne-sur-Mer (ab 2.2.)

- Centre commercial Géant Centr'Azur in Hyères (ab 3.2.)


Alpes-Maritimes:

- Cap 3000 (Saint-Laurent-du-Var)

- TNL Nizza

- Centre commercial Nizza Lingostière

- Carrefour in Antibes

- Géant in Mandelieu

- Auchan in La Trinité


Geöffnet bleiben dürfen dort jeweils nur die Lebensmittelmärkte und Apotheken.

Polygone Riviera (Cagnes-sur-Mer) ist wegen seiner Besonderheit als Einkaufszentrum „unter freiem Himmel“ von der Maßnahme ausgenommen.



Ein Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen:


Frankreich (Stand gestern, 31. Januar)

  • 19.235 Neu-Infizierte in 24 Stunden

  • 3158 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation

  • 27.613 Menschen mit Covid-19 im Krankenhaus

  • 62,2 Prozent Auslastungsgrad in den Intensivstationen (bezogen auf die ursprüngliche Bettenkapazität, die seit Ausbruch der Pandemie jedoch erhöht wurde)

  • 195 Tote (im Krankenhaus) in 24 Stunden (76.057 seit Ausbruch des Virus, Summe aus Krankenhäusern und Altenheimen)

  • 1,09 R-Wert (Anzahl der Personen, die von einer infizierten Person durchschnittlich angesteckt werden; Daten vom 23. Januar)

  • Inzidenzrate: 211,4 (Infizierte je 100.000 Menschen; Daten von vor 4 Tagen)


Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) Betrachtet werden die jüngsten Zahlen der regionalen Gesundheitsbehörde ARS PACA, veröffentlicht am vergangenen Freitag, 29. Januar. Die Corona-Lage im Südosten des Landes ist bedenklicher als im Landesdurchschnitt; die Krankenhäuser füllen sich weiter. Verschiedene Virus-Varianten sind in der Region nachgewiesen.

  • 6001 Menschen sind seit Beginn der Pandemie an oder mit Covid-19 verstorben (Krankenhaus + Altenheim)

  • 1565 Menschen mit Covid-19 werden im Krankenhaus auf der normalen Station behandelt (-28 in 24 Stunden).

  • 402 Corona-Patienten liegen auf der Intensivstation (+7 in 24 Stunden)

  • 49 Menschen mit Covid-19 sind innerhalb von 24 Stunden im Krankenhaus gestorben

  • 87,1 Prozent der Intensivbetten in der Region sind belegt

  • 530 aktive Cluster

  • Inzidenzrate: 377 (Vorwoche: 330)

  • 1194 Menschen befinden sich im Anschluss an ihre Covid-19-Erkrankung in einer Reha-Einrichtung (+7 in 24 Stunden)


Ein Blick in die größten Departements der Region

(Zahlen vom 29. Januar)


Alpes-Maritimes

  • 363 Menschen sind auf der normalen Station hospitalisiert (-19 in 24 Stunden)

  • 86 liegen auf der Intensivstation (+2 in 24 Stunden)

  • 77,6 Prozent der Intensivbetten sind belegt

  • 802 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+5 in 24 Stunden)

  • 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 456


Bouches-du Rhône

  • 678 Menschen sind auf der normalen Station hospitalisiert (+11 in 24 Stunden)

  • 236 liegen auf der Intensivstation (+4 in 24 Stunden)

  • 90,5 Prozent der Intensivbetten sind belegt

  • 2147 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+16 in 24 Stunden)

  • 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 397


Var

  • 229 Menschen sind auf der normalen Station hospitalisiert (-15 in 24 Stunden)

  • 57 liegen auf der Intensivstation (unverändert)

  • 82,8 Prozent der Intensivbetten sind belegt

  • 669 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+18 in 24 Stunden)

  • 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 344


Monaco Im Fürstentum wurden am gestrigen Sonntag 14 neue Fälle bekannt, wobei nur die Zahlen der in Monaco lebenden Menschen in die Statistik einfließen. Seit Beginn der Pandemie wurden in Monaco insgesamt 1489 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. Aktuell werden 56 Patienten mit Covid-19 stationär im CHPG behandelt, darunter sieben Menschen auf der Intensivstation (zwei Residenten). Ein 86-jähriger Corona-Patient aus Monaco ist gestern verstorben und erhöht die Zahl der mit Covid-19 verstorbenen Residenten auf 13.

122 positiv Getestete mit geringen Symptomen befinden sich in häuslicher Quarantäne und werden vom Centre de Suivi à Domicile betreut.


Tracking-App: TousAntiCovid

Seit dem 22. Oktober steht in Frankreich die neue Version der Anti-Corona-App zum Download bereit. „TousAntiCovid“ soll helfen, Kontaktpersonen im Falle einer Covid-19-Infektion zu benachrichtigen. Die App informiert außerdem tagesaktuell über die Schlüsselzahlen wie die Anzahl der Neuinfektionen, die 7-Tage-Inzidenz von Infektionen pro 100.000 Einwohner sowie die Bettenauslastung in den Krankenhäusern.

Ausgeh-Bescheinigung für Sperrstunde

Wie schon beim Lockdown im Frühjahr hat die französische Regierung eine Ausgeh-Bescheinigung (attestation de déplacement dérogatoire ) vorbereitet, die ausgefüllt entweder digital oder ausgedruckt mitzuführen ist, wenn man sein Zuhause zwischen 18 und 6 Uhr verlässt. Die attestation lässt sich neben der genannten Seite der Regierung auch in Sekundenschnelle über die Anti-Corona-App „TousAntiCovid“ ausfüllen.


Um das Zuhause während der Sperrstunde verlassen zu dürfen, braucht es einen der folgenden Gründe:

  • Arbeit

  • medizinische Gründe

  • zwingende familiäre Gründe

  • Hilfe bedürftiger Menschen

  • gerichtliche oder administrative Vorladungen

  • ehrenamtliche Hilfe wie das Verteilen von Lebensmitteln

  • Long-Distance-Reisen im Zug oder Flugzeug

  • Gassigehen, im Radius von einem Kilometer ums eigene Domizil


Wo kann man sich testen lassen?

Frankreichweit gilt: Covid-19-Tests werden ohne Rezept und kostenlos (Erstattung von der Assurance Maladie) für jeden angeboten. Eine Karte mit den Testlaboren finden Sie hier.



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