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Zeit für eine Mimosen-Wanderung!

NATUR


Deutlich früher als üblich blühen diesen Winter die Mimosen an der Côte d’Azur! Schon Mitte Januar leuchteten die gelben Pompons in voller Pracht. Höchste Zeit für eine Wanderung durch die köstlich duftenden Wälder zwischen Bormes-les-Mimosas im Westen und Grasse im Osten.


Am Grand Duc in Mandelieu © Camille Moirenc, Office de Tourisme de Mandelieu-La-Napoule

Die Silber-Akazie (Acacia dealbata) ist es in der Regel, die uns in Europas größtem Mimosenwald begegnet: rund um den Grand Duc ein paar Autominuten oberhalb von Mandelieu-La-Napoule. Importiert wurde sie aus Australien: Britische Wintergäste brachten sie vor bald 200 Jahren an die Côte d’Azur, um in den kalten Monaten Blühendes um sich zu haben.


Seither breitet sich die invasive Pflanze aus, wo sie nur kann. Sehr zur Freude des Tourismus: Heute gibt es die 130 Kilometer lange „Route du Mimosa“ zwischen Bormes-les-Mimosas und Grasse, jährliche Mimosenfeste (die 2021 leider Corona zum Opfer fallen) und besonders viele Wander- und Mountainbike-Strecken rund um den Grand Duc in Mandelieu.


Wie kleinen Sonnen leuchten die Mimosen-Pompons. Foto: A. Stöckmann

Die beliebtesten Mimosen-Spazierstrecken in den Alpes-Maritimes tummeln sich tatsächlich rund um den Grand Duc in Mandelieu. Ein riesiger Waldbrand in den 1980er-Jahren sorgte dort dafür, dass der mediterrane Bewuchs vor allem aus Korkeichen und Pinien von den viel schneller nachwachsenden Mimosen verdrängt wurde.


Wandern rund um den Grand Duc

Vom Parkplatz du Grand Duc an der D92 zwischen Mandelieu und Tanneron führt ein einfacher Wanderweg (GR 51) mit tollem Meer- und Mimosenblick rund einen Kilometer westwärts. Von dort eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten für längere und kürzere Rundtouren (die längste misst 4,4 Kilometer), darunter ein botanischer Lehrpfad. Zurück zum Parkplatz geht’s über dieselbe Piste de Barbossi, die Sie bis hierher geführt hat.


Übrigens schätzen auch Mountainbiker die diversen Strecken durch den Mimosenwald in Mandelieu. Für Oktober 2021 ist ein spektakuläres Downhill-Rennen „Red Bull Campo“ geplant.



Verdienten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Mandelieu-La-Napoule noch 80 mimosistes den Lebensunterhalt mit dem Anbau von Mimosen, so sind dort heute ganze vier Familien geblieben, die vom Verkauf der gelb leuchtenden Zweige leben. Nach und nach ersetzt überdies die Eukalyptus-Zucht jene der Akaziensträucher: Die Pharmaindustrie ist dankbarer Abnehmer der Blätter, die ätherisches Öl zum guten Durchatmen liefern und ganzjährig geerntet werden können.


Wo Mimosen gezüchtet werden, ist das Abpflücken von Zweigen für die eigene Vase daheim natürlich strikt untersagt. Wo die strahlenden Schönheiten aber wild wachsen – und diese Standorte erkennt man auch als Laie –, ist nichts dagegen einzuwenden, mit einem scharfen Taschenmesser ein paar Zweige abzuzwacken, sagt Wanderführerin Maddy. Zumal gerade an Wegesrändern die wuchernden Mimosen von den Gemeinden regelmäßig mit viel Aufwand zurückgeschnitten werden müssen.


Open-Air-Museum: „Die Saga von der Mimose“

Im Jahr 2021, in dem das Mimosenfest in Mandelieu Corona zum Opfer fällt, hat sich die Stadt im Westen des Departements Alpes-Maritimes eine hübsche Alternative einfallen lassen: Im Parc Emmanuelle de Marande erwartet eine Ausstellung unter freiem Himmel die Besucher täglich und kostenlos – „La saga du mimosa“.



Bürgermeister Sébastien Leroy hat sich für das Mimosen-Arboretum, eine grüne Insel mitten in der Stadt, stark gemacht: Fast sämtliche der weltweit knapp 100 existierenden Mimosenarten wachsen in dem neu eröffneten Park. Er erzählt die Geschichte von Mandelieu und der Mimose – von der wirtschaftlichen zur touristischen Attraktion.


Aila Stöckmann



Parc Emmanuelle de Marande

Avenue Général Garbay / Chemin du Bon Pin

06210 Mandelieu-La Napoule

Die aktuelle Ausstellung „La saga du mimosa“ soll bis 2023 präsentiert werden. Audio-Guides (Podcasts) in Französisch und bald auch in Englisch können aufs Smartphone geladen werden.




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